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Woche 1

Hier findet Ihr die ersten Reiseberichte, verfasst von Thomas... Fehler bitte einfach überlesen. Bilder gibt es vielleicht später mehr...

San Francisco

Anreise (Dienstag 24.02.2009)
Wir sind morgens um 02:00 Uhr durch den Wecker geweckt worden. Die Nervosität war bereits hoch, so dass wir uns nicht unbedingt freundlich gesonnen waren. Dies war nach der Oscar-Nacht nun die zweite Nacht, in der ich um 02:00 Uhr geweckt wurde, während Anke gar nicht geschlafen hatte. Nach diversen letzten Vorbereitungen und Erledigungen saßen wir kurz nach drei am Frühstückstisch. Anke hat sich vor lauter Egoismus schnell noch die komplette restliche Milch mit lautem Schlucken, Gurgeln und Würgen reingezogen. Meine Mama kam überpünktlich um 20 vor 4 Uhr, um uns nach Duisburg zum Hauptbahnhof zu bringen.
Wir brachen pünktlich auf und Anke schien in sich hinein zu jammern. Den Grund ließ sie sich nach Ankunft am Bahnhof auch nochmal durch den Kopf gehen. Bepackt wie zwei Esel nahmen wir Abschied und gingen zum Gleis 4.
Unser Zug hatte sage und schreibe schon früh morgens 5 Minuten Verspätung. Diese Zeit hatte der Lokführer aber schon in Düsseldorf wieder reingeholt, so dass die Fahrt nach Plan verlief. Anke nippte an ihrem frisch erworbenen stillen Wasser und schwieg. Dies konnte man leider nicht von dem jüngsten Sohn einer Familie mit Migrationshintergrund behaupten, die endlich in Köln/Bonn ausstiegen. Doch statt der nun erhofften Ruhe in dem wenig gefüllten Zug erhielten wir plötzlich eine große Menge Mitfahrer in Montabaur und Limberg, die alle nach Frankfurt wollten.
Am Flughafen Frankfurt haben wir uns wieder mit den Koffern bepackt und los ging es. Mein antikes Wissen über Schalter von Fluggesellschaften und dass man dort die Tickets holen müsse, wurde im Nu zunichte gemacht – wie Anke voraussagte, denn bei der Gepäckabgabe reichte unser schöner Ausdruck für die „eTix“ unseres Reiseveranstalters Umfalla (so nenne ich die immer) bzw.Umfulana (wie es eigentlich richtig wäre). Schön und besonders erwähnenswert ist hier, dass die Zugpassagiere einen eigenen Check-in mit Gepäckaufgabe hatten. Wir waren die Einzigen im Zug und in der nicht existenten Schlange, so dass wir nur noch Rucksäcke und Kameras zu schleppen hatten. Im Gegensatz zu unserem Glück schlängelte sich eine Menschentraube in der Abflughalle vor dem Lufthansaschalter oder es versuchten sich einige wenige Irre am Do-it-yourself-Check-In. Auch eine faszinierende Neuerung, von der ich zuvor weder gehört noch diese jemals gesehen hatte.
Nachdem wir dann an Bord gingen sollte der Flug auch schon starten. Anke trank nur stilles Wasser und verzichtete auf das Abendessen, welches allerdings nach San Francisco Zeit eher ein vorgezogenes Mittagessen war. Der Flug an sich war richtig ruhig. Wir flogen zumeist über eine dichte Wolkendecke – nur Grönland zeigte einige seiner schneebedeckten Landschaften. Und den Staat Washington konnte man auch teilweise sehen – so etwa die Gegend um Port Angeles auf der Olympic Halbinsel (Anke hat zuletzt 4 Bücher gelesen die dort spielten – die Twilight Serie von Stephenie Meyer). Turbulenzen hatten wir auf dem 11 ½ Stunden Flug nicht wirklich – im ICE war da glatt mehr. Als Programm gab es „Die Frauen“ und „Ghost Town“. Den ersten Film konnte und wollte ich nicht sehen, weil man sich sehr mit den Einreise-Formularen beschäftigen musste. Der Steward – ja, ein Mann – gab uns direkt drei. Eine für mich, eine für Anke und eine zum verschreiben. Später holte ich noch eines, weil ich Depp mich gleich zweimal verschrieben hatte… Auf dem Zollformular vergaß ich zuerst, dass die Hausnummer in Amerika vor dem Straßennamen kommt und beim zweiten habe ich in kleinen Buchstaben San Francisco geschrieben. Keine weltbewegenden Fehler, doch manchmal haben pingelige US-Bürokraten einen schlechten Tag und dann bleibt man noch ein Weilchen bei denen. Um 12:30 Uhr Ortszeit landeten wir dann in San Francisco.
Unser Zollbeamter war Mr. Petersen, der mich freundlich – auf Englisch natürlich – begrüßte und fragte, wie es mir geht: „How are you?“. Thomas, klein und blöd, verstand kein Wort und sagte „We’re married“… Wir sind nun einmal zu zweit zu ihm, obwohl man eigentlich einzeln dort hin geht, um seine Fingerabdrücke abzugeben. Auf jeden Fall war er sehr nett und scherzte auch mit uns. Er fragte interessiert nach unserer Reise und forderte uns auf in 10 Jahren wieder nach San Francisco zu kommen und dann bitte wieder in seiner Reihe vorbeizukommen. Er werde sich auf jeden Fall an uns erinnern – er vergesse nie ein Gesicht, nur Namen. Soviel dann zu den vermeintlich unfreundlichen, humorlosen Grenzbeamten.
Nach mehrmaligem Fragen fanden wir auch die Super-schlag-mich-tot-Vans, die uns zum Hotel fahren sollten. Trotz Anweisung, blauen Schildern zu folgen, gab es keine… Naja, wir haben es geschafft und einen Fahrer bekommen. Was Turbulenzen sind, konnte man jetzt erfahren! Ein unfähiger Fahrer, der jeden noch so kleinen Hubbel und noch so fieses Erdloch mitnehmen wollte – was ihm eindeutig gelang. Anke fand es wahrhaft zum Kotzen. Zum Glück hatte sie noch eine Tüte...

Wir wohnen im Hotel Triton, einem etwas ausgefalleneren Hotel mit einer super Lage - direkt gegenüber von Chinatown.

Wir haben an der Rezeption vom sehr engagierten und freundlichen Anthony eine Fahrt nach Alcatraz erworben und den Tipp bekommen die Stadtrundfahrt mit den Sightseeing-Doppeldecker-Bussen zu machen. Im Anschluss sind wir durch Chinatown und das Finanzviertel getingelt, ehe wir über den Union Square zurück zum Hotel gegangen sind. Eine kleine aber doch nach diesem langen – seeeehr langen Tag ausreichende Runde. Die Beine schmerzen vom Sitzen und die Augen drücken.
Gute Nacht.

Tag 2 (Mittwoch, 25.02.2009)
TritonNach einigen Stunden Schlafens wie ein Stein musste man mitten in der Nacht feststellen, dass die Stadt nicht schweigt. Doch statt Feiergeräuschen, wie es zu erwarten wäre, kamen nachts die Arbeiter. Die Straßenreinigungswagen und die Müllabfuhr sind zwischen 1:00 Uhr und 4:00 Uhr nachts unterwegs. Weil die Amerikaner komische Fenster haben, die nicht wirklich isoliert sind, brummt und rumpelt, piept und hupt es in der Nacht. Da wir doch sehr müde waren, schliefen wir dennoch in diesem riesigen, hohen Bett immer wieder ein. Ohne Übertreiben kann ich behaupten, dass dieses Bett mittlerweile auf unserer Einkaufsliste für die Wohnung steht! So etwas bequemes hatten wir beide noch nie in einem Hotel – oder anderswo – erlebt.
Mit den sanften Klängen von „Whiskey in the Jar“ wurden wir von meinem Handy um 6:00 Uhr geweckt; das Lied begleitet uns nun übrigens ständig im Kopf.
Nach Dusche und Anziehen war es plötzlich schon 8:00 Uhr, so dass wir uns sputen mussten, denn um 9:00 Uhr ging unsere bereits von Anthony gebuchte Fähre nach Alcatraz. Mit der urigen Straßenbahnlinie F sind wir die Market Street und schließlich The Embassador an den Piers entlang zum Pier 33 gefahren. Die Fahrt kostet eigentlich nur 3 Dollar, doch das Gerät hat meinen 5 Dollarschein gefressen :o( „No Charge“
Nach einer weiteren freundlichen Hilfe der Kontrolleurin, konnten wir zum richtigen Zeitpunkt aussteigen. Und jetzt kommt das Unerfreuliche! Es hat geschüttet wie aus Eimern und war diesig. „Wunderbares“ Wetter für unser enges Programm. Nachdem uns Lynn nett wie irgendwie alle (!?! wer hätte das hier erwartet ?!?) die Tickets kontrolliert hat, wurden wir vor einer Posterwand fotografiert – ja, für 11 $ haben wir das Foto gekauft – und bestiegen im Anschluss die Fähre. Kaum hatten wir die Fähre ließ der Regen nach und hinter den Wolken konnte man hin und wieder schon die Sonne zu uns herunter lächeln sehen und das Wetter klarte sich immer weiter auf.
AlcatrazWir begannen unseren Besuch mit einem 20minütigen Einführungsfilm aus dem Discovery Channel, und konnten uns im Anschluss frei auf der Insel bewegen. Über Alcatraz schien nun endlich die Sonne und das sollte, um es vorweg zu nehmen, auch so bleiben. Schönstes Wetter mit milden Temperaturen von etwa 14°C, wie es selten im Februar in San Francisco ist! Man konnte das Gefängnis betrachten, was wir mit einer deutschen Audioführung auch taten. Zudem war die Insel begehbar, um die dortige naturgeschützte Pflanzen- und Vogelwelt zu betrachten. Wir beobachteten Möwen, ließen uns ins „Loch“ sperren, erfuhren von dem Aufstand in Alcatraz und von der berühmten Flucht (verfilmt mit Clint Eastwood). Die Flüchtlinge gruben mit Löffeln ein Loch in die Wand, kletterten die Versorgungsschächte zum Dach und flohen. Man merkte es erst beim Morgenappell, weil die vorbereiteten Pappmaché-Köpfe sich nicht bewegten! Es ist nicht bekannt, ob die Männer es schafften an Land zu schwimmen, jedoch hat man auch niemals die Leichen gefunden…
Nachdem wir von „the Rock“ zurückgekehrt waren, gingen wir die Piers entlang und kamen zum Fishermens Wharf.

Pier 39Dort am Pier 39 war alles aus Holz wie um 1900 herum (nur mit Leuchtreklame) - richtig schön. Außerdem ruht dort eine Gruppe Seelöwen. Wir aßen einen echten amerikanischen Hot Dog und gingen zum Sightseeing-Bus. Zuerst machten wir die Downtown Tour mit dem Führer Francis und dem „besten Busführer der Flotte“ Rourie, welche durch die Stadt führte. Chinatown, Lombard Street (konnte man Autos runterkurven sehen), die City Hall (dort gab es als „Highlight“ einen echten Markt! Amerikaner entdecken Obst und Gemüse – man soll es kaum glauben!), Union Square und das Finanzviertel mit den Hochhäusern.
Im Anschluss startete der Golden-Gate-Loop! Die Tour führte über die Golden Gate Bridge – ohne Dach und einer jauchzenden und jubelnden, völlig überdrehten amerikanischen Tourleiterin Susan. Das „Sumo“-Mobil steuerte der beste Busfahrer der Flotte Moe. Susan quasselte so schnell und viel, dass einem die Ohren qualmten – zumindest mir. Die Fahrt über die Brücke war ziemlich – windig. Anders kann man es nicht ausdrücken. Und es war wohl so gut wie gar nichts, weil wir ja so einen milden Tag im Winter erwischt hatten… Die Rückfahrt ging durch den Nationalpark Presidio und dem Nobelviertel Pacific Heights mit kleinen viktorianischen Häusern, die für Millionen und Abermillionen verkauft wurden.
Nach einer kurzen Pause in einer Bäckerei, um einen Cappucchino/Kakao zu trinken, suchten wir die Haltestation der F Linie, um später für den Rückweg gewappnet zu sein. Auf dem Weg kam einer der leider über 8.000 Obdachlosen auf uns zu sprach etwas für mich Unverständliches. Mir war klar, er will Geld, also antwortete ich völlig klar aber ohne passende Englisch-Kenntnisse: „hhnnnnünnnünnffnnt“. Das sollte auch als Antwort reichen… Ich hatte auch keinen 1-Dollar-Schein griffbereit sonder nur 10er und 20er und das muss nicht wirklich sein. Ein anderer Bettler versteckte sich hinter seinem selbstgebastelten Busch, erschreckte die Touristen und ließ sich dafür entlohnen.
Schließlich machten wir noch eine Nacht-Tour – wieder mit Susan. Diese startete um 18 Uhr, was aber durchaus als Nachttour durchgeht, da es dunkel wurde und schließlich richtig finster, so dass man die beleuchtete Skyline vom Nob Hill betrachten konnte. Außerdem sahen wir die Stadt auch an anderen etlichen Orten, die man gar nicht aufzählen kann.
Nach unserer Rückkehr stiegen wir in die Linie F und fuhren schnurstracks nach Hause. Im Hotel schlossen wir den Computer an, zogen Bilder auf die Festplatte und den Computer (Sicherheit über alles). Wir nutzten zuerst einen Konverter, den wir hier gekauft haben, damit wir unsere 240 V Geräte auch bei den 100 V Spannung der Amis benutzen konnten, um unsere Akkus zu füllen, doch der versagte nach 5 Minuten nach einem lauten Krawumm und war verschmort. Dank der tollen Ladegeräte, die auch die geringe Spannung der Amerikaner überleben, konnten wir die Akkus doch noch mit den einfachen Adaptern aufladen. Wir hoppten ins Internet, doch es war NIEMAND online!!! Skypen fiel somit aus.
Der Tag war lang, so dass wir müde ins Bett fielen und um 22:30 Uhr das Licht löschten.
Gute Nacht oder auch Guten Tag und Guten Morgen, je nachdem wo man sich auf diesem Planeten befindet.


Tag 3 (Donnerstag, 26. Februar)
Unsere letzten Stunden in San Francisco sind angebrochen… Um 04:00 Uhr wurden wir wach – erneut eher unfreiwillig. Wir sind aufgestanden, um auch noch die letzten Minuten in dieser bezaubernden Stadt zu genießen. Schlafen kann man im Flugzeug (hoffentlich). Da wir aber sowieso von alleine bzw. mithilfe der Müllwagen und der Lieferantenfahrzeuge, die allesamt piepsten wie es unsere Wellensittiche Freddy, Maxi, Bonnie und Bubi nicht schaffen, wach wurden, schadete das frühe Aufstehen nicht sonderlich. Auf die Schnelle haben wir eine Kleinigkeit bei Starbucks besorgt und es verzehrt.
Painted LadiesHeute stand das wohl Wichtigste an, was man in San Francisco tun kann. Dazu sollten wir aber erst später kommen, da Anke noch irgendwelche kleinen bunten Häuschen fotografieren wollte (Anmerkung von Anke: wunderschöne vikorianische Häuser – die berühmten „Six Sisters“ oder auch „Painted Ladies“ und „Postcard-Row“ genannt…). Wir stiegen in einen Bus und fuhren tief in das Cisco, welches man eigentlich nicht kennen möchte. Laut fluchende und unverständlich gurgelnde Jugendliche rotteten sich zusammen. Da fühlte sich der Thomas mal gar nicht wohl, während Anke sich putzmunter freute, ihre Häuschen fotografieren zu können. Sie schwenkte die Kamera und zeigte sie allen. Es war als würde sie mit einem Bündel Geldscheine wedeln… Ich beobachtete die Gegend. Hinter uns brüllte einer ans andere Ende der Straße, der wartete dort. Aus einer Nebenstraße kam eine kleine Gruppe, während die nächste, die aus dem nebenliegenden Park kam, nicht auf sich warten ließ. Das klassische Einkeil-Manöver – aber nicht mit mir. Ich habe das alles im Fernseh gesehen!!! Ich fing an zu maulen, als Ausweg und wir gingen zurück zur Bushaltestelle. Nichts geschah… natürlich. Wir standen nun einmal in der Nähe der High School, die die Jugendlichen aufsuchten. (Anmerkung von Anke: Thomas hat sich wirklich etwas zu sehr angestellt… so schlimm war es da gar nicht. Die Standard-Duisburg-Marxloh-Gegend ist da im Vergleich noch deutlich schlimmer).

Cable Car Jetzt kam es zu dem schon erwähnten Höhepunkt… Natürlich Cable-Car fahren. Wir fuhren mit der Powell und Hyde Linie bis zur Lombard Street. An einer Stelle war der Hügel so steil und das Cabel-Car so beladen, dass wir alle aussteigen mussten. Es war eigentlich wie normales Straßenbahn fahren – nur mit mehr Gerappel.
An der Lombard Street gingen wir die geschwungene Straße hinunter, machten Fotos und liefen anschließend zum Fishermen‘s Wharf, um die Park Tour mit dem Sightseeing Bus noch zu machen. Leider schaute ich nicht richtig, so dass ich übersah, dass der Bus nicht am Fishermen‘s Wharf sondern am Union Square startete. Somit hatte sich das erledigt. Stattdessen besuchten wir Bubba Gump (Shrimps in allen Variationen – für alle Filmbanausen: aus dem Film Forrest Gump bekannt…“Mein Name ist Forrest, Forrest Gump. Die Leute nennen mich Forrest Gump.“) von außen und gingen weiter ins Bay Aquarium. Das Sea Life von San Francisco. Es gab ein paar Fischis, auch welche zum Streicheln, was wir nicht gemacht haben. Man bekommt immer Ärger mit den Eltern, wenn man Kinder wegschubst. Beeindruckend war aber eindeutig der Tunnel unter Wasser. Nicht nur einen Meter fünfzig wie im Sea Life sondern 2 Gänge entlang (insgesamt wohl 30 Meter).
Da Mittag war, kehrten wir im Fog City Diner ein, einem echten amerikanischen Diner im Stile der 20er Jahre. Wir teilten uns einen Burger und ein Steak. Das Steak war gut, aber der Burger war fantastisch…Zum Schluss rannten wir durch Chinatown und den Financial District, weil Anke noch den pyramidenartigen Wolkenkratzer mit einem alten grünen Haus davor knipsen wollte… Das hat gaaanz viel Spaß gemacht, weil auch der Restroom nach mir gerufen hat.

Thomas Karin HeinerZurück im Hotel warteten wir auf den Supershuttle, der uns zum Flughafen bringen sollte, um die Reise nach Auckland fortzusetzen. Dort trafen wir ein Rentnerpärchen, die auch bei Umfulana gebucht haben und mit uns nach Auckland flogen. So konnten wir uns noch ein wenig mit anderen Neuseeland-Verrückten austauschen. Wie gleich doch die Überlegungen und Gedanken sein können…
Unser Aufenthalt in den USA war somit beendet.
Wir packten die Koffer in den Supershuttle und fuhren zusammen mit Heiner und Karin aus Berlin zum Flughafen. Bemerkenswert war, der Wille zum Einhalt der Pünktlichkeit, denn an einem anderen Hotel sollte um 16:00 Uhr noch jemand abgeholt werden. Diese Person erschien nicht, so dass der Fahrer exakt um 16:01 Uhr auf das Gaspedal trat.
Die Fahrt war diesmal weniger aufregend. Niemand übergab sich und alles verlief völlig unspektakulär. Der Flughafen war leer, so dass wir auf der Stelle die Koffer abgeben konnten. Da es noch sehr früh war tranken wir noch einen Kaffee mit den Berlinern, die 33 Tage auf Neuseeland bleiben wollen.
Da ich nicht glaubte, dass wir zügig durch eine amerikanischer Sicherheitskontrolle gelangen würden drängelte ich, weil ich sicherlich so nervös war wie Anke auf dem vorherigen Flug (nur zum Glück ohne schlimmere Übelkeit). Dort hieß es aber nur Schuhe aus, und technische Geräte in separate Kisten. Mehr Spannung war nicht gegeben und wir konnten passieren.
Um 19:00 Uhr startete dann der Flug mit Air New Zealand zu unserem eigentlichen Ziel - Neuseeland. Auf dem Flug saßen wir diesmal in einer Dreierreihe. Anke saß neben einem katholischen Priester aus Christchurch, während ich am Fenster die Sterne betrachten konnte. Es war ein sehr ruhiger Flug, den man schlafend und Filme guckend verbringen konnte. Jeder hatte einen eigenen Monitor und konnte aus gut 30 Spielfilmen, verschiedenen Dokumentationen und Sportsendungen frei auswählen oder auch ein Spielchen zocken. Anke schaute „Australia“ und „Madagascar 2“, während ich mich an „No Country for old Men“, „Slumdog Millionaire“ und ebenfalls „Madagascar 2“ satt sah.

Auckland

Tag 4 (Samstag, 28. Februar)

Im Flugzeug mussten wir das neuseeländische ESTA-Formular ausfüllen, worin auch gefragt wurde, ob wir Wanderschuhe dabei hätten (in der Biosecurity-Gruppe). Blöderweise waren die Schuhe gaaanz tief unten in der Reisetasche, so dass wir uns ein wenig Sorgen machten. Probleme bereitete uns auch, dass das ganze Ding auf Englisch war und teilweise zu wenig Kästchen anbot (wie heisst nur unser Beruf auf Englisch?!?).
Nachdem wir nach gut 13 Stunden Flug um 05:00 Uhr morgens in Auckland auf der Nordinsel Neuseelands gelandet waren, ging es zur Passkontrolle, die wir erneut ohne Probleme überstanden. Bei der Biosecurity-Kontrolle erwähnten wir natürlich sofort, die Schuhe, da das Formular in der gleichen Spalte nach irgendwelchen Viren fragte, was wir halt mit „Ja“ beantworteten. Anke hat Gutes getan, mir noch meine zweiten Wanderschuhe zu schenken, denn so trugen wir jeder ein Paar an den Füßen und hatten das Zweite in der Tasche. Der Kontrolleur schaute auf die Sohlen und wollte unsere Taschen nicht noch nach den anderen Schuhen durchwühlen, da unsere Schuhe an den Füßen bereits sauber waren. Da habe ich aber gut geputzt zu Hause :o)

GrandhotelDer Maori Mister Harding, genannt „Uncle“, holte uns ab und brachte uns zu unserem 5-Sterne-Hotel, dem Skycity Grand Hotel direkt neben dem Skytower (dem höchsten Gebäude der südlichen Hemisphäre im Zentrum Aucklands)! In der 20. Etage (eigentlich 19. Denn die 13. Etage haben sie geschludert) war unser Zimmer. Wäre das Wetter gut gewesen, hätte es eine noch schönere Aussicht sein können…
Nach dem Frühstück wollten wir auch gleich los, die Stadt erkunden, denn wir hatten schließlich nur diesen einen Tag Aufenthalt in der größten Stadt Neuseelands. Im Vergleich zu San Francisco kann Auckland nicht mithalten, doch Neuseeland ist nicht berühmt für seine Städte… Schön war es aber natürlich trotzdem.
Auch hier gab es eine Hop On – Hop Off Bustour, die wir nutzten. Eine Haltestelle war am Skytower und somit direkt am Hotel, wo wir einsteigen konnten. Eigentlich wollten wir zuerst überhaupt eine komplette einstündige Runde drehen, um uns die Sehenswürdigkeiten auszusuchen, welche wir genauer begutachten wollten. Halbstündlich konnten wir dann wieder auf den nächsten Bus hoppen. Das war der Plan, doch bereits an der ersten Haltestelle, einem Aussichtspunkt, wurde uns klar, dass das so nicht funktionieren kann. Am Aussichtspunkt hatte man einen tollen Überblick über die Bucht und den Hafen Aucklands, wenn es nicht so diesig und regnerisch gewesen wäre. Wir sahen eigentlich nur eine graue Wand mit einem schemenhaft zu erkennenden Hafen.
Spontan stiegen wir an der nächsten Haltestelle aus, denn dort gab es Kelly Tarlton‘s Underwater Experience and Antarctic Encounter  - also Antarktis zusammen mit einem Sea Life für die Bucht von Auckland. Wir schauten uns eine Ausstellung über die Expeditionen zum Südpol von Amundsen und hauptsächlich Scott an, die sich einen Wettlauf lieferten (Amundsen hat gesiegt).
Neben deren originalgetreu nachgestellten Hütten konnte man auch eine kleine (echte) Pinguinkolonie betrachten und seine Hand in Eiswasser stecken, um herauszufinden, wie kalt es doch war. Anke verlangte herausfordern, ich solle meine Hand in das Becken stecken, was ich mühelos 30 Sekunden durchhielt. Ich will ja nicht übertreiben, aber das waren doch alles Memmen auf der Titanic und am Südpol. Pah! (Anmerkung von Anke: Ja – er hat es durchgehalten. Er hat sich sehr zusammengerissen und mit einem gönnerhaften Gesichtsausdruck seinen Sieg verkündet. Danach musste er seine Hand aber doch ganz schön wieder auftauen und dabei ist ihm der Ausdruck doch hin und wieder etwas entglitten…)
SkytowerNach dieser heldenhaften Tat betrachteten wir Riesenrochen und einen noch längeren Unterwassertunnel als in San Francisco, ehe wir diese Ausstellung auch schon wieder verließen. An der Bushaltestelle angekommen, sollte laut Zeitplan der Bus innerhalb von 2 Minuten wieder kommen, doch da dieser erst nach 32 Minuten eintraf, gehen wir einmal davon aus, dass wir den vorherigen leider um Sekunden verpasst haben. Hätte ich meine Hand nur nicht so lange in das Wasser gehalten…
Naja, die Wartezeit verging recht schnell, da wir zusehen konnten, wie langsam Stück für Stück der Himmel aufklarte und es entsetzlich schwül wurde. Auf der Haut schien sich ein Wasserfilm breit zu machen, obwohl es nicht mehr regnete. Doch trotz unserer Hoffnung, dass sich das Wetter wie in San Francisco im Laufe eines Tages prächtig entwickelt, wurden wir prompt enttäuscht, als wir in den Bus gestiegen waren. Es regnete wieder. Da wir als nächstes am Auckland Museum hielten (den Rosengarten ignoriere ich bei dem Wetter jetzt einfach), wollten wir dort die Ausstellung betrachten.
Die im Reiseführer angepriesene Maori-Veranstaltung haben wir zwar nicht gefunden, dennoch konnte man einige Ausstellungsstücke der Maori betrachten. Und nicht zu vergessen den Eispickel von Sir Edmund Hillary, der dort in einer Art Schrein aufbewahrt wurde. So ist das halt mit den Nationalhelden.
Um 13:30 Uhr stiegen wir in einen anderen Bus, denn in Auckland gibt es zwei kombinierbare Touren, zum Einen die Tour durch das Zentrum, an der wir bisher teilgenommen hatten, und zum Anderen eine Tour durch die äußeren Gebiete. Wir fuhren zu den Gärten des Mount Eden und auf den Mount Eden, einem alten 196 m hohen inaktiven Vulkan, dessen Krater mittlerweile mit sattem, grünen Gras zugewachsen ist. Hier hielt der Bus zum Glück für 3 Minuten, so dass wir raussprangen, filmten und fotografierten. Der Regen setzte wieder ein und wir waren froh, dass wir jetzt keine Stunde (diese Runde fährt nur stündlich) warten mussten. Dort oben gab es nämlich nur einen Aussichtspunkt.
Wir fuhren zurück zur anderen Route und stiegen am Museum zurück in den anderen Bus. Das Ende und der eigentliche Anfang der Route ist der Hafen, wo wir diesmal ausstiegen. Von hieraus gingen wir, weil es nicht mehr regnete, die Queen Street, der Haupteinkaufsstraße Auckland, entlang zum Skytower, den wir bestiegen – oder besser gesagt mit dem Fahrstuhl nach oben geliftet wurden. Von hier oben hat man eine tolle Aussicht über die Stadt. Und wir hatten auch endlich etwas Glück, zumal sich die Sonne nun mehr als zaghaft durch die Wolken gekämpft hatte.
Langsam wurde es später und wir entschlossen uns, die Dunkelheit abzuwarten, um den Anblick der Stadt mit all ihrer Lichter bewundern zu können. Trotz des Kaffees konnten wir die Augen nicht mehr geöffnet halten und mussten uns geschlagen ins Hotelzimmer verabschieden. Den Überblick konnten wir dort aber auch genießen und so endete unser erster Tag in Neuseeland.

Bay of Islands

Tag 5 (Sonntag, 1. März)

Wir haben viel Gepäck. Verdammt viel Gepäck! Und wir sollten uns heute unser Auto abholen. Ich war so nervös wie noch nicht einmal vor dem Flug nach Auckland. (Anmerkung von Anke: Damit untertreibt er! Meine Nervosität war nichts im Vergleich zu diesem Nervenbündel, was mir an diesem Morgen begegnete. Die Panik stand ihm ins Gesicht geschrieben und er hat nur stupides Zeug von sich gegeben – und sich oft auch selbst damit widersprochen. Unerträglich!) Ich wusste nicht was ich wollte, aber eigentlich wollte ich irgendwie immer dagegen sein. Fahren wir mit einem Taxi 300 Meter zum Autoverleih und testen dort, ob wir die Koffer im Kofferraum verstauen können oder laufen wir und kommen zurück, falls es nicht funktioniert. Oder sollen wir direkt einen anderen Wagen buchen?
Manchmal erledigen sich Dinge von ganz allein… Im Foyer wurden uns die Koffer abgenommen und wir sollten ruhig zum Verleiher laufen. Dort angekommen war angegeben, wie viel ein Toyota Corolla verstauen kann, was eindeutig nicht ausreichte. Da eine Klasse höher nicht mehr vorhanden war, mussten wir ein Gefährt nehmen, welches 2 Klassen teurer ist.

Holden CommodoreEs HAT sich GELOHNT! Man ist das ein Geschoss. Wir haben einen roten Rennwagen mit riesigem Kofferraum bekommen (den man von außen niemals vermuten würde). Dies animiert natürlich den Schumi in einem, aber hier darf man höchstens 100 km/h fahren, woran wir uns auch stets halten wollen. Für alle, die es interessiert: wir fahren hier einen brandneuen, gerade mal 3000 km gefahrenen, Holden Commodore. Holden ist eine australische General Motors Tochter – also quasi der australische Opel.
In diesem Vehikel begannen also die ersten Minuten im Linksverkehr – zaghaft – unsicher. Nach einem kurzen Verfahren, trotz der Straßenkarte, befanden wir uns schließlich mit einem gefüllten Kofferraum auf der Route 16 und befuhren damit den „Twin Coast Discovery Highway“. Hierbei handelt es sich um eine schöne und nicht kurze bzw. direkte Strecke zum Zielort.
Man schlängelt sich durch das Landesinnere, um und über Berge/Hügel – wie auch immer – und zur Küste. Die Berge waren übersät von Gras, dass deutlich grüner als in Deutschland ist. Man kann es nicht beschreiben, doch solch ein Grün und eine schöne Flora haben wir in noch keinem Park oder Wald in Deutschland gesehen. Das grasgrün in Neuseeland würden wir Deutschen wohl eher als neongrün oder knatschgrün bezeichnen. (Anmerkung von Anke: Und ich dachte, die ganzen Bilder aus Neuseeland wären mit Photoshop bearbeitet worden… Aber hier ist die Natur wirklich besser als Photoshop. Leider konnte ich kein schönes Foto machen, weil wir schließlich gefahren sind... das können wir euch also nur auf Video präsentieren...)
LandschaftPutzig waren die kleinen Vögelchen, die immer nach links laufen und nach rechts fliegen. Wie ein Deja vu stehen die süßen Piepmätze alle paar Meter auf der Straße und wackeln nach links – keiner nach rechts. Wir benannten diese neue Spezies „Linksläufer und Rechtsflieger mit Panik-Rechtslauf-Funktion“.
Wir fuhren zum Waipoua Kauri Forest, wo die Straße mitten durch den gigantischen Kauri-Fichten Wald und scheinbar um jeden Baum einzeln führt. Hier kam das Schumi-Gefühl richtig hoch. Man gab Gas, bremste runter, raste um Kurven und beschleunigte in den Kurvenausfahrten. Eine Achterbahn war ein Dreck dagegen. Ehe sich jemand aber Sorgen macht, das Beschleunigen ging auf höchstens 50 km/h, ehe wieder eine Kurve mit 25 km/h genommen werden musste. Außerdem gab es keinen Verkehr. Man fährt meistens für sich allein.
Mitten im Wald gab es schließlich einen Haltepunkt, um zu besonderen Bäumen wandern zu können, was wir als ordentliche Touris auch taten. Wir bestaunten die „Four Sisters“, was 4 riesige Kauris sind, die scheinbar aus einer Wurzel entspringen, und den „Te Matua Ngahere“, dem „Vater der Wälder“ und 2. größten Kauri-Baum, der schon seit ca. 2009 Jahren dort steht. Einige Meter mit dem Auto weiter kamen wir zum größten aller Kauri Bäume: „Tane Mahuta“ „Gott der Wälder“. Dieser Gigant misst einen Stammumfang von 13,8 Metern und ist 51,5 Meter hoch! (Bilder würden das nicht wirklich wiederspiegeln...)
CottageNach dem Wald erreichten wir die Küste, die uns einen kolossalen Blick auf den Hokianga Harbour, einem Meeresarm, der ins Landesinnere führt, bot. Ein Foto und wir fuhren weiter. Schließlich erreichten wir die Autofähre, die uns von Opua nach Okiato brachte und wir unser Ziel im Örtchen Russell (Ostküste der Nordinsel) - genauer gesagt die Bay of Islands Cottages B&B, erreichten.
Dort haben wir unseren längsten Aufenthalt in ganz Neuseeland - 3 Nächte. Jenny, die freundliche Besitzerin, zeigte uns unser kleines eigenes Cottage/Häuschen und uns schossen die Tränen in die Augen… Wir haben ein kleines Paradies auf Erden gefunden. Diese Idylle der Natur, das Zwitschern der Vögel, zirpende Grillen, die Aussicht auf die Bäume und Pflanzen sowie die Bucht von der Veranda aus laden dazu ein, einfach da zu sitzen und zu träumen.
Und so endet wieder ein wundervoller Tag in Neuseeland, wo auch das Linksfahren allmählich besser klappt.
Und ehe ich es vergesse, wir sind noch nach Russell gefahren, um zu Abend zu essen. Den Rückweg meisterte Anke als Fahrerin mit Bravour.

Tag 6 (Montag, 2. März)

Der Tag begann traumhaft wie man es sich wünscht mit einem delikaten und liebevoll hergerichtetem Frühstück auf der Veranda unserer „Hosts“ - den Gastgeber - Jenny und Peter, deren Aussicht auf die malerische Bay mit einem Sonnenaufgang gekrönt wurde. Durch die Jalousien wurde die Sonne gedämmt, so dass man dem Schauspiel mit dampfenden Croissants und köstlichen Omelettes (von den Eiern der eigenen freilaufenden Hühner) beiwohnen durfte. Nicht zu vergessen der Obstsalat aus den frischen Früchte aus dem eigenen Garten…
DelphineWir fuhren gestärkt nach Russell, denn dort stand für uns eine Bootstour auf dem Programm. An der Anlegestelle konnten wir die zwei letzten Karten für den sogenannten Cream-Trip ergattern. Zur Sicherheit kauften wir auf die Schnelle noch zwei Cappies, da die Sonne – gerade auf See – sehr brannte. Es ging nicht mehr nach Schönheit; der Zweck stand im Vordergrund. Wir hatten keine Lust an Deck zu verbrennen. Nach einer kurzen Panikattacke meinerseits (Anmerkung: ja, mal wieder… er ist irgendwie noch nicht so recht von der Gelassenheit der Neuseeländer angesteckt worden…) fand Anke schließlich die Sonnencreme…
Die Cream-Bootstour hat früher die Bewohner der Inseln mit der Post und frischer Milch (daher der Name Cream-Trip… Milch-Fahrt) versorgt und erledigt dies neben der touristischen Besichtigung der Inseln immer noch. Wir fuhren an den Inseln Motuarohia, Moturua und Motukiekie vorbei und bestaunten die Felsformationen, die wunderschönen Buchten und die noblen Grundstücke und Häuser der Reichen und Schönen Neuseelands. Nach solch leichter Aufgabe wurden Delphine gesucht und gefunden. Da der Delphin-Scharm ein Jungtier bei sich hatte, durften wir nicht ins Wasser, um mit ihnen zu schwimmen. Schade, hatte ich doch die Badehose an. Es sollte aber später an anderer Stelle nochmals versucht werden. DelphinDie Delphine kamen zum Boot und schwammen vorbei. Tatsächlich hüpften einige und machten Kunststücke, welche natürlich nicht angekündigt wurden, so dass ich bezweifel wirklich irgendeinen Delphin mit der Kamera erwischt zu haben (Anmerkung von Anke: Ich aber - wie man hier sehen kann). Die stehen wirklich auf Beachtung und wollen scheinbar im Mittelpunkt stehen.
Nachdem wir von den Delphinen geflohen sind (die verfolgen einen), wurde an der Seite des Bootes ein Netz ausgeklappt und ins Wasser runter gelassen. Einige Wahnsinnige sprangen dann in das Netz, welches im Wasser schwamm und hielten sich daran fest. Sofort gab der Kapitän des Schiffes Gas und die Leute wurden durch das Meer gezogen. Man nennt das wohl „Boom-netting“. Das versteht ein Neuseeländer wohl von Spaß… Nix für mich und erst recht nicht für Anke, zumal das Wasser dort wohl lausig kalt war...
Unsere Pause machten wir auf der Insel Urupukapuka in der Otehei Bay. Nach dem Verzehr eines Sandwiches lagen wir am Strand, tauchten unsere Beine ins Wasser (dort gar nicht mal so kalt) und relaxten. Die Ruhe tat ungemein gut, auch wenn es nur für 45 Minuten war. Dann ging die Bootstour weiter.
Hole in the RockEs folgte die Fahrt zum „Hole in the Rock“ und eine Fahrt hindurch. Es ist eine Insel oder ein Fels im Meer, der durch das Meer schon so ausgefräst wurde, dass bei ruhigem Seegang Schiffe durch das Loch fahren können – was wir natürlich auch getan haben. Zurück kamen wir am Bird Rock vorbei, der so heißt, weil dort viele Vögel wohnen, was dazu führt, dass es sich eigentlich nur um einen zugeschissenen Felsen im Wasser handelt.
Daraufhin begegneten wir zwar keinem Orca, die in diesen Gewässern Haie jagen, sondern wieder einer Delphin-Familie. Die hatten noch einen ganz kleinen Fratz mit sich, so dass sich der Sprung ins Nass erneut erledigt hatte.
Die Tour endete mit den Besichtigungen von Marsden Cross (dort wurde der erste christliche Gottesdienst auf Neuseeland gehalten). Ein Kreuz sollte die Stelle zeigen, wo dieses historische Ereignis stattgefunden hat. Scheint ein Mythos zu sein, denn sowohl Anke als auch ich haben es nicht entdecken können… Außerdem lagen gegenüber die Black Rocks – alte schwarze Vulkan Gesteine. Nach der Rückkehr in unser kleines Cottage endete erneut ein Tag in Neuseeland.

Tag 7 (Dienstag, 3. März)

Heute schellte der Wecker besonders früh, denn wir mussten einen Flug bekommen – ja, einen Flug. Wir ließen uns durch Jenny und Peter einen Rundflug zum Cape Reinga (ein Leuchtturm an der angeblich nördlichsten Stelle der Nordinsel, was geografisch eigentlich nicht ganz zutrifft) buchen. Doch die arme Anke musste voller Grauen feststellen, dass in der Nacht Mosquitos eine wilde Sause auf ihr gefeiert hatten. Wir haben ein lustiges Gerät, dass ein Plättchen erhitzt. Wenn es heiß genug ist, piepst es und man presst das Gerät mit dem Plättchen auf den Mückenstich, so dass durch die Hitze das Jucken nachlässt. Zu meinem Glück mochten die ekligen Viecher nur Ankes Blut und ließen mich komplett in Ruhe. Als ich im Badezimmer war, hörte ich es alle 20 Sekunden piepsen…
Sobald Anke verarztet war und wir gefrühstückt hatten, fuhren wir mit dem Auto nach Paihia. Kaum hatten wir den Ticketshop erreicht, wurden wir schon eingesammelt. Ohne Ticket und ohne zu zahlen, doch es scherte keinen, wir sollten los.
Zusammen mit zehn Mitstreitern machten wir uns auf den Weg zum Kerikeri Airport. Eigentlich schon frech, so etwas einen Flugplatz zu nennen… Wir stiegen in die 12-Sitzer Cessna und damit war das Flugzeug voll. Entlang der Westküste flogen wir ca. 20 km an das Cape Reinga heran, um dort zu landen. Unter den starren Blicken von wiederkäuenden gelangweilten Kühen landeten wir auf der Wiese (!) neben der Weide. Die Kühe machten aber nicht den Eindruck, dass sie uns beneideten, das dortige Gras unser zu nennen.
Wir stiegen erneut in einen Minivan und fuhren tatsächlich zum Cape. Bemerkenswert ist die Art der Neuseeländer Straßen zu bauen. Die reißen die Straße komplett auf, streuen Schutt und sanieren die Straße anschließend. Währenddessen allerdings läuft der Verkehr weiter über den Schotterweg. Diese Baustellen sind häufig auf den Straßen zu sehen. Sie sind jedoch meistens nur einige Meter lang, was diesmal als einige Kilometer lang bezeichnet werden muss. Angekommen am Parkplatz mussten wir noch 15 Minuten einen windigen Weg zum putzigen Leuchtturm gehen, der nur ein paar Meter hoch ist. Neben dem Türmchen konnten wir die beeindruckende Küstenformation bewundern und das Schauspiel betrachten, wie der Pazifische Ozean auf die Tasmanische See trifft. Wer glaubt, dass das Wasser in Einem einfach übergehen würde, der irrt, denn man kann deutlich die Linie erkennen, die das Wasser abzeichnet, wenn es sich mischt, weil es aus verschiedenen Richtungen aufeinander trifft.
Nachdem wir den anstrengenden Weg durch den Sturm hoch zum Parkplatz – immer mit der Frage im Hinterkopf, wie wir unsere Wanderung, den Tongariro Crossing, um den Vulkankegel schaffen sollten – hinter uns gebracht hatten, ging unser Ausflug weiter zum Morgentee. Den Tee oder wahlweise Kaffeeprött nahmen wir an dem schönen Strand Tapotupotu ein. Hier zeigte uns der Fahrer Fotos von seinem Häuschen, seiner Tochter und den über 100 (Haus)Tieren. Seine Frau zeigte er uns nicht…
Schließlich ging unsere Tour weiter zu den Riesensanddünen über einen neuseeländischen Highway, der in Deutschland eigentlich Flusslauf heißen würde. Ich möchte hier niemanden veräppeln, doch dieser flache Flusslauf gilt tatsächlich als Highway! Man sollte nur keine Panne haben, denn der Boden ist Treibsand. Innerhalb von 4-5 Stunden ist ein Auto im Boden versunken, wenn man stehen geblieben ist. Wer stoppt, kann auf keine Hilfe hoffen, da auch diese versinken würde. Unser Fahrer jedoch wusste, wo es sicher ist und hielt dort. Er holte rosa Schlitten aus dem Kofferraum, bestieg mit uns die Dünen und rodelte dort runter. Kiwis nennen das Sandsurfing. Es machte wirklich Spaß, so dass auch Leute älteren Semesters die Reise per Schlitten nach unten auf sich nahmen. Wäre der anstrengende, steile Aufstieg in der brennenden Sonne nicht, wären Anke und ich sicherlich noch ein drittes Mal surfen gegangen. Stattdessen kehrten wir mit dem Minibus zum Flugzeug zurück.
Kaum saßen wir darin, fuhren wir unter den misstrauischen Blicken der Rindviecher die buckelige Bergwiese hinauf – zur Erinnerung: das war unsere Start- und Landebahn! Der Pilot stürzte uns die Wiese hinunter und schon ging es wieder in die Lüfte.
Wir sahen die Ostküste der Northlands mit der Bay of Islands und der Doubtless Bay. Als James Cook Neuseeland fand (nicht entdeckte, weil die Maoris es zuerst gefunden haben), sah er an diesem nebeligen und regnerischen Tag die Bay und meinte, es sei zweifellos eine Bucht (Doubtless a Bay). Außerdem hat der Pilot im Wasser Haie gesehen… unserer Meinung hatte der einfach geschwafelt, denn außer Wasser und den Boden konnte ich im klaren Meer NIX sehen!
Wir landeten wieder in Kerikeri und wurden zurück nach Paihia gebracht. Schon ein wenig voller Freude, den Flug noch nicht bezahlt zu haben, wurden wir im letzten Moment doch noch angesprochen. Wäre auch zu schön gewesen…
Von Paihia wanderten wir in das angrenzende Örtchen Waitangi, um das historische Treaty House zu betrachten. Dort wurde der Treaty of Waitangi (Vertrag von Waitangi) von Vizegouverneur Hobson und 46 Maori-Häuptlingen am 6. Februar 1840 unterzeichnet. Neuseeland wurde hiermit britische Kolonie, der Vertrag sicherte den Maori aber ihre Souveränität und Ländereien zu. Noch heute gibt es Differenzen in einigen Auslegungen des Vertrages zwischen der Regierung und den Maori.
Nachdem wir zurück zum Parkplatz gelaufen waren, fuhren wir mit dem Auto noch zu den Huruka Falls. Dieser kleine Wasserfall wurde auf SD-Karten gebannt, so dass wir auch schon wieder die Heimreise in unsere Pension antraten. Und so endete wieder ein Tag in Neuseeland und der letzte Tag in der Bay of Islands, die uns wunderbar gefallen hat.